SGV FlammersbachJetzt Mitglied werden

Der Anfang des SGV

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts besann man sich wieder stark auf die Natur. Es war die Zeit als die Städte an Rhein und Ruhr sehr schnell wuchsen. In dieser Zeit wurde ein Mann ins Sauerland, d. h. nach Arnsberg versetzt, um hier im Forstdienst tätig zu sein. Es war Ernst Ehmsen. 1891 wurde er zum Vorstand der Forstinspektion Arnsberg-Siegen ernannt.

Er wurde in Arnsberg mit verschiedenen Herren bekannt, u. a. mit einem Kreis von Gymnasiallehrern, die gerne wanderten. 1890 verfaßten Ehmsen und Karl Feaux de Lacroix einen Aufruf zur Gründung eines „Sauerländischen Touristenvereins". Bis Januar 1891 waren schon über 40 Abteilungen entstanden, die sich unter dem Namen „Sauerländischer Gebirgsverein" zusammenschlossen.

Dieser Funke sprang auch bald ins Siegerland über. In Hilchenbach und Siegen wurden Abteilungen gegründet.

Der junge SGV begeisterte viele Menschen. Wandern war damals wie heute das Hauptanliegen. Zu dieser Zeit war noch manches Waldgebiet von seinem Besitzer gesperrt. Damals setzte sich der SGV schon für die Öffnung ein.

Nach und nach entstand ein Wegenetz im gesamten SGV-Gebiet. Die Zeichen waren zunächst mehrfarbig. Aber Wind und Wetter ließen ständig den Lack verblassen und das Nachmarkieren war sehr aufwendig.

Ein Mitglied des damaligen Hauptausschusses war Juwelier Martin Roedig aus Siegen, dem die noch existierende Martinslinde auf dem Giersberg gewidmet ist.

Später verwendete man zur Markierung nur weiße und schwarze Farbe. Für die Hauptwanderstrecken wurde einheitlich das Andreaskreuz eingeführt.

Chronik der SGV-Abteilung Flammersbach

Bereits im Jahre 1921 versuchte Lehrer Wetter eine SGV-Abteilung zu gründen, die 1924 wieder aufgelöst wurde. 1936 wurde auf Empfehlungen des Landgerichtspräsidenten Schneider aus Siegen und des Amtsbürgermeisters Voß aus Netphen erneut der Hebel angesetzt. Vereinsführer Dellenbusch des Hauptverbandes aus Iserlohn setzte sich mit unserem Wanderfreund Alfred Löhr in Verbindung. Durch Zusendungen von Satzungen, Gebirgsbotenheften und Werbedrucksachen sicherte er Alfred Löhr „Mithilfe bei der Gründung einer neuen SGV-Abteilung“ zu. Der Hauptverband schrieb am 18. Dezember 1936 Alfred Löhr folgende Zeilen:

„Seit einiger Zeit ist der SGV einzig anerkannter Gebirgs- und Wanderverein. Durch eine Verfügung des Regierungspräsidenten von Arnsberg besitzt der SGV in seinem Arbeitsbereich das Alleinwegezeichenrecht. Infolgedessen obliegen uns noch weit größere Aufgaben als ehedem, besonders in der wandermäßigen Aufschließung unserer engeren Heimat. Unsere Ziele und Aufgaben werden aufs Tatkräftigste von allen zuständigen Stellen der Partei und des Staates gefördert. Allein in den letzten 3 Jahren sind zu den früher schon vorhandenen 225 Abteilungen weit über 100 neue SGV-Gruppen hinzugetreten. Leider besitzt unser Abteilungsnetz gerade in Ihrem Ort eine Lücke. Wenn es dort gelingt, eine Abteilung von wenigstens 10 Mitgliedern auf die Beine zu stellen, so sind wir fest davon überzeugt, dass deren Tätigkeit sich nur zum Segen der engeren Heimat auswirken kann und dass dadurch auch mittelbar zur Förderung der Verkehrswerbung beigetragen würde.“

Der Hauptverband machte weiter den Vorschlag, die Nachbarorte in die Mitgliederwerbung mit einzubeziehen, um die notwendige Anzahl von Gründungsmitgliedern zu gewährleisten.

Nach öfterem Drängen des Hauptverbandes und nachdem inzwischen 11 Mitglieder geworben waren, wurde die Gründungsversammlung auf den 15. Februar 1937 festgesetzt. Die neue „Ortsgruppe“, so hieß die damalige Bezeichnung, konnte ihre Arbeit aufnehmen. Vorsitzender wurde Alfred Löhr. Mit „lebhafter Freude“ und gleichzeitigen guten Wünschen wird dies in der Hauptgeschäftsstelle in Iserlohn zur Kenntnis genommen. Durch Schreiben vom 24. März 1937 wird Alfred Löhr offiziell zum Führer der Abteilung Flammersbach bestätigt. Die Mitgliederzahl stieg im selben Jahr auf 21.

Am 11. März 1938 wird durch Verordnung des Landrates ein Rundschreiben verteilt, worin der Hauptvorstand gebeten wird, Baumgänge stehen zu lassen. Im Interesse der Allgemeinheit sollen bestimmte Bäume vom SGV-Führer gezeichnet werden, die nicht abgeholzt werden dürfen. Das gleiche gilt auch für Bäume um SGV-Bänke herum, die als Schattenspender dienen sollen. Der SGV erklärt sich bereit, Haubergsbesitzern, die von dieser Maßnahme besonders betroffen sind, den Ausfall zu vergüten. Ferner wird gebeten, seltene Hölzer zur Belebung des Landschaftsbildes stehen zu lassen. In Flammersbach werden im Februar 1939 die Haubergsgänge mit 5,6 km angegeben.

Neben diesen Arbeiten gab es natürlich noch vieles andere zu tun. Eine weitere Aufgabe zusätzlich zu den Wanderungen war das Bauen und Aufstellen von Ruhebänken. Bei einem Jahresbeitrag von 1,20 Reichsmark musste man bei Firmen um Geld- oder Sachspenden betteln. Immerhin wurden im Laufe des ersten Jahres 13 einheitliche Ruhebänke aufgestellt.

1975 Beginnt der Bau des Wanderheims

Der Bau des eigenen Wanderheimes bestimmt das Jahr. Samstags wird um 8 Uhr angefangen zu arbeiten, dienstags und donnerstags jeweils ab 17 Uhr. Gleichzeitig wird an 2 Baustellen gearbeitet. Zum einen müssen der Keller und das Fundament erstellt werden und zum anderen wird die gekaufte Baracke völlig überholt. Dringende Aufrufe an alle Mitglieder, doch mitzuarbeiten, werden verteilt. Um die Finanzierung zu sichern, werden Bausteine im Werte von 5 bis 100 DM in Flammersbach verkauft. Dies geschieht zweimal, um den Baufortschritt zu gewährleisten. Spendiertes Bier wird wieder verkauft, um Steine und Baumaterial erwerben zu können. Trotz der vielen Arbeitseinsätze steht im Wanderplan u. a.: Quellenwanderung, Familienfeier, Rabenhain, Köhlerhütte, Femdorf, Waldfest, Abendwanderung und vieles mehr. Treffpunkt für Wanderungen ist jetzt schon das SGV-Wanderheim. Erstmals wird von einer Nikolausfeier und vom Jahresabschluss im SGV-Wanderheim berichtet.

1976 Endlich ist es soweit. Das eigene Wanderheim, das mit viel Mühe, Schweiß und Entbehrungen gebaut worden ist, wird am 23. Oktober offiziell eingeweiht. Viele Ehrengäste sind erschienen. Am nächsten Tag ist für alle Interessierten das Wanderheim geöffnet. Zu Recht und mit viel Stolz wird das Vollbrachte gezeigt. Ein neuer Abschnitt im aktiven Vereinsleben beginnt.

So werden zum 1. Mal die älteren Bürger aus Flammersbach zu einem Seniorennachmittag eingeladen. Es werden Film- und Spielabende eingerichtet, kurzum, es ist immer was los. Neben den Veranstaltungen im Wanderheim werden noch 20 Wanderungen unternommen, an denen 485 Wanderer teilnehmen. Zusammen legten diese 6.656 km zurück, was einer Strecke von Siegen nach Kalkutta entspricht.

Auch die Jugend wandert eifrig mit. Es werden als Wanderziele genannt: Burg Hainchen, Heimatstube Grissenbach, Rund um Herscheid, Dillquelle, Berleburg, Besuch beim Schellenschmied, Naturpark Rothaargebirge u.v.m.