Frühe Gründerjahre und Versuche



Bereits im Jahre 1921 versuchte der Lehrer Wetter eine SGV-Abteilung zu begründen, die 1924 wieder aufgelöst wurde. 1936 wurde auf Empfehlungen des Landgerichtspräsidenten Schneider aus Siegen und des Amtsbügermeisters Voß aus Netphen erneut der Hebel angesetzt. Vereinsführer Dellenbusch des Hauptverbandes aus Iserlohn setzte sich mit unserem Wanderfreund Alfred Löhr in Verbindung. Durch Zusendung von Satzungen, Gebirgsbotenheften und Werbedrucksachen sicherte er Alfred Löhr „Mithülfe bei der Gründung einer neuen SGV-Abteilung“ zu. Der Hauptverband schrieb am 18. Dezember 1936
Alfred Löhr folgende Zeilen:

„Seit einiger Zeit ist der SGV einzig anerkannter Gebirgs- und Wanderverein. Durch eine Verfügung des Regierungspräsidenten von Arnsberg besitzt der SGV in seinem Arbeitsbereich das Alleinwegezeichnungsrecht. Infolgedessen obliegen uns noch weit größere als ehedem, besonders in der wandermäßigen Aufschließung unserer engeren Heimat. Unsere Ziele und Aufgaben werden aufs Tatkräftigste von allen zuständigen Stellen der Partei und des Staates gefördert. Allein in den letzten 3 Jahren sind zu den früher schon vorhandenen 225 Abteilungen weit über 100 neue SGV-Gruppen hinzugetreten. Leider besitzt unser Abteilungsnetz gerade in Ihren Ort eine Lücke. Wenn es dort gelingt, eine Abteilung von wenigstens 10 Mitgliedern auf die Beine zu stellen, so sind wir fest davon überzeugt, daß deren Tätigkeit sich zum Segen der engeren Heimat auswirken kann und daß dadurch auch mittelbar zur Förderung der Verkehrswerbung beigetragen würde.“

Der Hauptverband machte weiter den Vorschlag, die Nachbarorte in die Mitgliederwerbung mit einzubeziehen, um die notwendige Anzahl von Gründungsmitgliedern zu gewährleisten.

Nach öfterem Drängen des Hauptverbandes – und nachdem inzwischen 11 Mitglieder geworben waren – wurde die Gründungsversammlung auf den 15. Februar 1937 festgesetzt.. Die neue „Ortsgruppe“, so hieß die damalige Bezeichnung, konnte die Arbeit aufnehmen. Vorsitzender wurde Alfred Löhr. Mit „lebhafter Freude“ und gleichzeitigen guten Wünschen wird dies in der Hauptgeschäftsstelle in Iserlohn zur Kenntnis genommen. Durch ein Schreiben vom 24. März 1937 wird Alfred Löhr offiziell zum Führer der Abteilung Flammersbach bestätigt. Die Mitgliederzahl steigt im selben Jahr auf 21.

Am 11. März 1938 wird durch Verordnung des Landrates ein Rundschreiben verteilt, worin der Haubergsvorstand gebeten wird, Baumgänge stehen zu lassen. Im Interesse der Allgemeinheit sollen bestimmte Bäume vom SGV-Führer gezeichnet werden, die nicht abgeholzt werden dürfen. Das gleiche gilt auch für Bäume um SGV-Bänke herum, die als Schattenspender dienen sollen. Der SGV erklärt sich bereit, Haubergsvorsitzenden, die von dieser Maßnahme besonders betroffen sind, den Ausfall zu vergüten. Ferner wird gebeten, seltene Gehölze zur Belebung des Landschaftsbildes stehen zu lassen. In Flammersbach werden im Februar 1939 die Haubergsgänge mit 5,6 km angegeben. Neben diesen Arbeiten gab es natürlich noch vieles andere zu tun. Eine weitere Aufgabe zusätzlich zu den Wanderungen war das Bauen und Aufstellen von Ruhebänken. Bei einem Jahresbeitrag von 1,20 Reichsmark mußte man bei Firmen um Geld- und Sachspenden betteln. Immerhin wurden im Laufe des ersten Jahres 13 einheitliche Ruhebänke aufgestellt.